Häufig
gestellte Fragen
1.
Bei welcher Art von Sterilität und bei welcher Form eingeschränkter
Fruchtbarkeit bietet sich die IVF an?
2.
Stimmt es, dass es bei manchen Paaren, welche am IVF-Programm teilnehmen,
zu einer spontanen Befruchtung kommen kann?
3. Worin unterscheidet sich die
In-vitro- von der In-vivo-Fertilisation?
4.
Wozu dient die Stimulation der Eierstöcke vor der IVF?
5.
Welche allgemeinen Voraussetzungen müssen zur Durchführung von IVF erfüllt
sein?
6.
Welche technischen Voraussetzungen müssen zur Durchführung von IVF erfüllt
sein?
7.
Welches sind im Einzelnen die Laboraktivitäten bei der Durchführung
einer IVF?
8.
Muss man nach dem Embryotransfer komplette körperliche Ruhe bewahren?
9.
Was geschieht mit den bei der IVF gewonnen Embryonen?
10.
Welches sind die notwendigen Voraussetzungen für das Einnisten des Embryos
in der Gebärmutter?

1.
Bei welcher Art von Sterilität und bei welcher Form eingeschränkter
Fruchtbarkeit bietet sich die IVF an?
a) Das sind die
Tubensterilitäten, bei denen sich für die Spermien oder für die Eizelle
kein Durchlass bietet (Agenesie, kompletter Verschluss, freiwillige
Sterilisation).
b) Die eingeschränkten Fruchtbarkeiten beim Manne, wenn die Zahl der
tauglichen Spermien (beweglich und normal geformt) zu gering ist, um
beim Geschlechtsakt eine akzeptable Chance auf eine Schwangerschaft
zu bieten. In diesen Fällen ist die IVF eine adäquate Maßnahme, weil
eine künstliche Befruchtung eine geringere Zahl an Spermien erfordert.
In besonders schweren Fällen können außerdem die Chancen durch intracytoplasmatische
Spermieninjektion (ICSI) verbessert werden.
c) Die unerklärten Sterilitäten, vorausgesetzt sie sind von langer Dauer.
In diesen Fällen und ohne dies immer erläutern zu können, kann die IVF
eine hilfreiche Lösung sein. .


2.
Stimmt es, dass es bei manchen Paaren, welche am IVF-Programm teilnehmen,
zu einer spontanen Befruchtung kommen kann?
Ja, etwa fünf Prozent
der Paare, die sich am Programm beteiligen, erreichen eine Schwangerschaft
vor jeglicher Behandlung. Bei 17 Prozent ergibt sich dieses nach einer
Kinderwunschbehandlung, unabhängig davon, ob die Behandlung erfolgreich
war oder nicht. Dieses betrifft nur Paare mit eingeschränkter Fruchtbarkeit,
die ihre Chancen auf eine Schwangerschaft nicht bereits vor der Behandlung
völlig ausgeschöpft haben. Dies bedeutet nicht, dass man nicht hätte
versuchen sollen, ihnen zu helfen. Ihre Chancen auf eine spontane Zeugung
sind in jedem Falle in einem natürlichen Zyklus (ohne Behandlung, während
des Geschlechtsaktes) wesentlich geringer als während der IVF, die eine
Erfolgsrate von etwa 50 Prozent nach drei Versuchen hat. Die IVF löst
nicht alle Probleme ungewollter Kinderlosigkeit. Die IVF ermöglicht
es, die Zeit bis zur Verwirklichung des Kinderwunsches zu verkürzen.
Abgesehen von speziellen Fällen, wie z.B. das völlige Fehlen von Eizellen
oder Spermien, hat jedes Paar eine ganz individuelle Chancenverteilung
auf eine Schwangerschaft, wobei diese niemals gleich null ist.


3.
Worin unterscheidet sich die In-vitro- von der In-vivo-Fertilisation?
Die In-vitro-Fertilisation
(Reagenzglasbefruchtung) ermöglicht oder verbessert das Aufeinandertreffen
von Eizelle und Spermium. In vivo, d.h. im Körper, geschieht dieses
Aufeinandertreffen im Eileiter. Die IVF wurde im übrigen entwickelt,
um Defekte des Eileiters, wie Verschluss oder Durchtrennung, zu umgehen.
In der Folge hat sich das Anwendungsgebiet auf andere Ursachen eingeschränkter
Fruchtbarkeit bei der Frau ausgeweitet, sowie auf Fruchtbarkeitsprobleme
des Mannes im Zusammenhang mit der Leistungsfähigkeit der Spermien.
Bei einer In-vitro-Fertilisation finden lediglich die Befruchtung selbst
und die ersten Zellteilungen außerhalb des weiblichen Körpers statt.

4.
Wozu dient die Stimulation der Eierstöcke vor der IVF?
Während eines natürlichen,
spontanen Zyklus erreicht im Allgemeinen ausschließlich eine Eizelle
die zur Befruchtung erforderliche Reife. Dabei erhält man also lediglich
ein Embryo. Nur die Hälfte der Embryonen, ob spontan oder mit IVF gewonnen,
hat die Fähigkeit, zu einer Geburt zu führen. Die natürliche Fehlgeburten-Rate
wird im Allgemeinen aus dem einfachen Grunde stark unterschätzt, dass
sich die Fehlgeburt in vielen Fällen vor dem Ausbleiben der Monatsblutung
ereignet, d.h. bevor die Frau überhaupt das Eintreten einer eventuellen
Schwangerschaft bemerken könnte. Das Ziel der Stimulation der Eierstöcke
ist es, mehrere Eizellen und Embryonen zu gewinnen, um dadurch die Chance
zu erhöhen, einen lebens- und entwicklungsfähigen Embryo in die Gebärmutter
zu übertragen. Dies ist eines der Mittel, womit die IVF die Zeit bis
zur Verwirklichung eines Kinderwunsches verkürzt. Die Eierstöcke werden
durch Verabreichung eines Hormons, genannt FSH, stimuliert. Im natürlichen
Zyklus wird durch dieses Hormon die Reifung eines einzelnen, eine Eizelle
enthaltenden Follikels gefördert.

5.
Welche allgemeinen Voraussetzungen müssen zur Durchführung von IVF erfüllt
sein?
Man muss über Spermien
und Eizellen verfügen. Der Samen wird durch Masturbation gewonnen, und
die Spermien werden hieraus isoliert. In speziellen Fällen, insbesondere
wenn im männlichen Geschlechtsapparat ein Hemmnis besteht, ist es möglich,
Spermien durch Punktion aus dem Samenleiter, dem Nebenhoden oder gar
dem Hoden zu entnehmen. Die Eizellen werden aus der Follikelflüssigkeit
isoliert, die ultraschall-gesteuert aus den Follikeln in den Eierstöcken
angesaugt wurde.

6.
Welche technischen Voraussetzungen müssen vor einer Durchführung von
IVF erfüllt sein?
Eine routinemäßige
Anwendung der IVF gibt es erst seit den 80er Jahren, seit es möglich
ist, die natürlichen Bedingungen der Eileiter künstlich herzustellen
und somit das überleben der Eizellen und Spermien, sowie die Befruchtung
und die Entwicklung des Embryos in seinen ersten Stadien sicherzustellen.
Die Zusammensetzung dieser künstlichen Umgebungen und die Bedingungen
der Zellkultur (Anteil an mineralischen Salzen, Sauerstoff und organischen
Molekülen, Keimfreiheit, Temperatur, Säuregehalt, Osmolalität) werden
genauestens definiert und den Verhältnissen der Eileiter entsprechend
nachgebildet.

7.
Welches sind im Einzelnen die Laboraktivitäten bei der Durchführung
einer IVF?
Die Laboraktivitäten
sind über einen Zeitraum von drei bis sieben Tagen verteilt und gliedern
sich auf in die Aufbereitung und Beobachtung der Spermien im Hinblick
auf die Befruchtung, die Vorbereitung der Eizellen im Hinblick auf die
Befruchtung, das Anlegen der Zellkultur, die Beobachtung der Embryonen
über einen variablen Zeitraum, die übertragung der Embryonen in die
Gebärmutter, und das Einfrieren der Embryonen für einen eventuellen
weiteren Transfer.

8.
Muss man nach dem Embryotransfer komplette körperliche Ruhe bewahren?
Nein, Ihre Embryonen
haben jetzt ja die natürliche Umgebung zurückgewonnen, in welcher sie
sich auch bei einer natürlichen Befruchtung befänden. Sie können demzufolge
ein ganz normales Leben führen, wie alle Frauen, die zu diesem frühen
Zeitpunkt meistens noch nicht wissen, dass sie schwanger sind.

9.
Was geschieht mit den bei der IVF gewonnen Embryonen?
Das übergeordnete
Prinzip ist, dass jeder Embryo mit dem Ziel erzeugt wird, sofort oder
nach einer Phase der Tiefgefrierung in die Gebärmutter übertragen zu
werden, wo es sich - wie das normalerweise geschieht - in die Schleimhaut
einnistet oder auch nicht. Wenn am Ende der Lagerungszeit das Paar kein
Wiederauftauen im Hinblick auf eine erneute übertragung wünscht, bitten
wir das Paar, über die weitere Verwendung zu entscheiden (Spende an
die Forschung oder ein anderes Paar, Vernichtung).

10.
Welches sind die notwendigen Voraussetzungen für das Einnisten des Embryos
in der Gebärmutter?
Es ist wichtig,
dass der Embryo lebensfähig ist. Eine große Zahl von Embryonen, die
auf natürliche Weise oder im Labor entstehen, haben genetische Merkmale,
die eine weitere Entwicklung und eine Einnistung nicht erlauben. Es
ist darüber hinaus wichtig, dass die Gebärmutterschleimhaut in einem
für die Einnistung günstigen Zustand ist. Zum Einnisten des Embryos
bedarf es also präziser hormonaler und physiologischer Voraussetzungen.